Theorie & Praxis Tiergestützter Interventionen
Verena Winkler & Niki Hug
Herzlich willkommen bei Weidegespräch
Möchten Sie tiergestützte Interventionen in Ihrem Arbeitsfeld einsetzen, weiterentwickeln oder zunächst einen fundierten Einblick in die therapeutische Arbeit mit Tieren erhalten? Wir unterstützen Sie dabei – von kompakten Überblicksvorträgen bis hin zu praxisnahen Weiterbildungen und individueller Beratung. Mit fundiertem Wissen, praktischer Erfahrung und einem klaren Fokus auf Mensch und Tier entwickeln wir gemeinsam Lösungen, die zu Ihrem Setting passen und nachhaltig wirken.
Von der Evidenz bis zur Umsetzung: Fachvorträge, Weiterbildungen und Beratung zu tiergestützten Interventionen im Gesundheits-, Sozial- und Bildungsbereich.
Tierisch wirksam
Hühner, Kaninchen, Meerschweinchen, Schafe und Ziegen: In der therapeutischen Arbeit werden unterschiedlichste Tiere eingesetzt. Ein neues Buch gibt Fachpersonen und Interessierten einen umfassenden Einblick in deren Einsatzgebiete. Die Autorenschaft Verena Winkler und Niki Hug im Kurzinterview.
Lara Aebi
Inwieweit können Tiere Heilungsprozesse unterstützen?
Der Heilungsprozess kann auf vielfältige Weise unterstützt werden, da er auf sozialer, psychologischer und neurobiologischer Ebene wirkt. Tiergestützte Therapie fördert gezielt Kommunikation, Vertrauen und Empathie und hilft gleichzeitig, aggressives Verhalten, Einsamkeit und Angst abzubauen. Darüber hinaus stärkt sie Motivation und Selbstwirksamkeit, was sich auch positiv auf andere therapeutische Massnahmen auswirken kann.
Bei welchen Diagnosen werden sie eingesetzt?
Grundsätzlich können alle Patientinnen und Patienten mit einem psychiatrischen Krankheitsbild von tiergestützten Interventionen profitieren. Ausgeschlossen sind jedoch Personen mit ansteckenden Krankheiten, Allergien, einer akuten psychotischen Episode oder einer Selbst- bzw. Fremdgefährdung.
Welche Tiere kommen wann zum Einsatz?
Schafe setzen wir beispielsweise vor allem bei Patientinnen und Patienten mit Depressionen ein, da sie beruhigend und erdend wirken und dadurch Ängste reduzieren und ein Gefühl von Sicherheit vermitteln. Kinder bevorzugen kleinere Tiere wie Kaninchen, die ihre Bedürfnisse deutlich durch ihr Verhalten zeigen. Im Umgang mit ihnen lernen sie, Bedürfnisse wahrzunehmen und zu respektieren – ein Prozess, der Vertrauen und Fürsorgeverhalten nachhaltig stärkt.
Niki Hug, Verena Winkler: «Tiergestützte Interventionen in der Psychiatrie»
ISBN: 978-3-96605-176-7, 158 Seiten, Psychiatrie-Verlag
Tier und Mensch pflegen eine jahrtausendelange, intensive Beziehung. Ihr gemeinsamer Einsatz im therapeutischen Kontext gewinnt mehr und mehr an Bedeutung. Dieses Buch bietet einen umfassenden Überblick über tiergestützte Interventionen in der Psychiatrie am Beispiel von unterschiedlichen Groß- und Kleintieren.
Damit Tiere ihre therapeutische Wirkung voll entfalten können, ist es wichtig, sie gut lesen zu können und für ihr Wohlbefinden zu sorgen. Die Beispiele im Buch handeln nicht wie sonst oft von Hunden und Pferden, sondern von Katzen, Hühnern, Kaninchen, Meerschweinchen, Schafen und Ziegen, die eingesetzt werden, um Heilungsprozesse bei ganz unterschiedlichen Diagnosen anzustoßen.
Durch den Umgang mit Tieren wird das Erleben von Vertrauen, Empathie und Wertschätzung in der therapeutischen Beziehung unterstützt. Patient*innen fühlen sich kompetent und spüren auch ihre körperliche Belastbarkeit und Handlungsfähigkeit.
Für tiergestützte Interventionen braucht es nicht zwingend eine eigene Abteilung oder Einrichtung, aber Fachwissen, das in diesem Buch vermittelt wird. Psychiatrisch Tätige aller Professionen werden so ermutigt, den Einsatz von Tieren in bestehende Konzepte zu integrieren.
Sie möchten mehr über die Weiterbildungen, Fachvorträge und Beratungen wissen oder haben sonstige Fragen an uns? Dann nehme Sie gerne Kontakt mit uns auf.